Dienstag, 21. März 2017

Reisen, genießen, bewegen....

...so beginnt das Vorwort von Jochen Niehaus in der der heute erschienenen Ausgabe (Nr.1/2017) von Focus Diabetes.


Und mit diesen Worten ist eigentlich schon fast alles gesagt, auch über mich. Die Arbeit ist wichtig aber sollte schlussendlich nur das "Reisen, genießen und bewegen" finanzieren.

Wie schon geschrieben, steht dieses mal auch meine Geschichte in der Zeitschrift. Seltsam wenn man etwas über sich selbst lesen kann, was ein anderer über dich geschrieben hat. Aber im Grunde genommen stimmt es was dort geschrieben wird, auch wenn man selber andere Worte benutzt hätte. Und eines stimmt im besonderen, Motorradfahren, Reisen und Diabetik beißen sich nicht.
Ich hoffe, dass meine kleine Geschichte den ein oder anderen doch noch zum Motorradfahren (auch in ferne Länder) animiert.
Weiter kann ich für den  Weltenbummler, oder zukünftigen Weltenbummler, den Artikel Checkpoint Trizeps auf Seite 31 empfehlen. Hier geht es um Langzeit-Sensoren (90Tage) und zu guter Letzt auf Seite 90 der Artikel Auf ins Abenteuer - Wie Diabetiker unbeschwert in ferne Länder reisen können.
Ich hoffe, wir treffen uns mal irgendwo unterwegs - vielleicht sogar 2018 in Australien?

Sonntag, 19. März 2017

Australien 2018

So, die grobe Tour für Australien 2018 steht und es steht nur noch der Feinschliff an. Es geht ca. 2900km durch den Südwesten des Bundesstaates Western Australia. Laut Garmin BaseCamp benötige ich dafür 42 Stunden. Nun, wir werden uns etwas mehr Zeit lassen und haben die Tour in 11 Etappen aufgeteilt.
Für diese 11 Etappen haben wir dann 17-21 Tage Zeit. Somit ist garantiert, dass auch vor Ort das ein oder andere angeschaut werden kann und nicht nur der Asphalt unter dem Vorderrad.


Der oben erwähnte Feinschliff wird sein, dass wir noch die ein oder andere Sehenswürdigkeiten mit einbauen. Also wer was entlang der Strecke weiß was auf keinen Fall verpasst werden darf, der darf mir gerne schreiben.

Die erste Etappe geht von Perth zu einem Freund in Bussolton. Mal schauen was er für ein Bier im Kühlschrank hat.


Wenn das Bier nicht geschmeckt hat geht es in der Früh mit der Etappe 2 weiter nach Pemperton. Wenn es geschmeckt hat eben entsprechend später.


Etappe 3 führt dann von Pemperton nach Walpole. In Pemperton wird natürlich beim Gloucester Tree ein Stopp eingelegt, sowie bei Walpole beim Valley of the Giants Treetop Walk und Giant Tingle Tree.


Etappe 4 geht über verschlungene Pfade nach Denmark - also Denmark West Australien und nicht Dänemark hinter Hamburg...


Nummer 5 schlängelt sich erst mal wieder zurück Richtung Westen bevor es in einem Bogen nordöstlich nach Amelup zu The Lily Dutch Windmill geht.


Was nach oben geht, muss auch wieder runter kommen und somit geht Etappe 6 Hakenschlagend wieder in den Süden nach Albany.

Die 7. Etappe ist zugleich die längste Etappe mit ca. 480km von Albany nach Esperance.


Nach 7 kommt 8 und somit geht die 8. Etappe dann ca. 390km von Esperance nach Kalgoorlie (Boulder) zum Super Pit.


Etappe 9 führt dann von Kalgoorlie nach Southern Cross...


...und weiter nach Hyden zu The Waverock.


Die letzte und 11. Etappe führt dann zurück an den Ausgangspunkt der Tour nach Perth.


Sonntag, 15. Januar 2017

Focus-Diabetes war da...

So wie es aussieht werde ich im März zu einem (vermutlich nur vorübergehend) Z-Promi und bin qualifiziert für einen Australienurlaub im Dschungelcamp auf Kosten von RTL. Aber da ich nicht weiß ob ich die Kohlenhydrate des dortigen Diätplans richtig schätzen kann um richtig Insulin zu spritzen, disqualifiziere ich mich lieber gleich und rufe ganz laut "HILFE ICH BIN EIN STAR - HOLT MICH HIER RAUS".
Jetzt mal im Ernst, was geht ab? Nunja, ich habe mal vor längerer Zeit mit einem Leserbrief auf einen Artikel in Focus-Diabetes reagiert. In dem Artikel ging es um einen Diabetiker der Urlaub in einem Wohnmobil in Australien gemacht hat. Man wollte damit den Menschen Mut machen und zeigen, dass man als (insulinpflichtiger) Diabetiker  keine Angst vor so großen Reisen haben muss und so eine Reise ohne weiteres möglich ist. Da musste ich einfach einen drauf setzen und zeigen, dass so etwas auch ohne Kühlschrank im Wohnmobil auf 2 Rädern möglich ist, ohne die Leistung des Bushcampers herabzuwürdigen. Ich erkenne jede individuelle Leistungen an und freue mich mit den Menschen die Neues wagen und andere ermutigen wollen.
Das Thema Motorradfahren und Insulinpflicht fand aber die Redaktion von Focus-Diabetes so interessant, dass sie darüber einen eigenen Artikel schreiben wollten. Am vergangenen Freitag war dann ein Fotograf da und machte ein paar Aufnahmen von mir mit dem Motorrad. Leider war das Wetter hier im Süden nicht das beste, so waren keine Außenaufnahmen, bzw. Aufnahmen während der Fahrt möglich. Aber was soll's, wer die Bilder auf der Hompage des Fotografens gesehen hat, der ahnt, da kann kein Scheiß raus kommen, obwohl er immer wollte, das ich lächle und freundlich schaue. Jeder der mich kennt, der weiß ich geh in der Regel zum Lachen in den Keller und freundlich zu schauen ist anatomisch bei mir nahezu unmöglich. ;-)  Es war mir eine Ehre und macht mich auch Stolz, dass ich von diesem Fotografen fotografiert wurde.
Später kam dann eine überaus nette (und verdammt gut aussehende) Reporterin hinzu, um mich zu interviewen. Zuerst machte der Fotograf allerdings noch ein paar Bilder von uns beiden. Das danach folgende äußerst angenehme Gespräch ging 2,5 Stunden lang und drehte sich hauptsächlich darum, wie gut sich das Motorradfahren und die Diabetes vereinen lassen, ob es Probleme gibt und was man beachten muss. Auch war sie sehr daran interessiert was Motorradfahren für Gefühle verursacht, was einem daran gefällt. Sie fand es äußerst schade, dass sie auf Grund der Witterung keine Runde mit mir drehen konnte - sie ist noch nie Motorrad gefahren. Vielleicht sollte ich sie mal im Sommer dazu einladen. (...wenn es mir meine Frau erlaubt) :-D
Wenn sich der ein oder andere jetzt fragt, warum die das jetzt alles im Januar machen und nicht im Frühling oder Sommer bei schönem Wetter, das liegt daran,  dass natürlich die Produktion des Artikels einige Zeit in Anspruch nimmt und sie den Artikel pünktlich zum Start der Motorradsaison in der März Ausgabe veröffentlichen wollen.
Die 2,5 Stunden sind wie im Fluge vergangen und man stellt fest, dass man das was man sich vor dem Interview überlegt hat alles zu sagen nicht gesagt hat und nach dem Interview fällt einem ein, was man vielleicht noch alles hätte sagen können. Ich denke trotzdem, dass der Artikel super wird, denn die Reporterin ist das sicherlich gewohnt und kann das kompensieren. Sie machte schließlich  einen kompetenten und professionellen Eindruck. Auch bekomme ich in den nächsten 14 Tagen den Artikel zum Absegnen (oder eventuell zum Ergänzen) vorgelegt. Somit dürfte das Ziel Menschen mit Diabetes zum Motorrad zu fahren zu ermutigen und auch größere Touren zu unternehmen erreicht werden. Diagnose Diabetes bedeutet nicht, dass das Leben zu Ende ist, sondern erst recht Gas zu geben und das geht am besten mit der rechten Hand beim Motorrad. Happiness is not a destination - It's a way of life. Four wheels move your body - two wheels move your soul.

Samstag, 14. Januar 2017

Blutzucker messen und Motorrad fahren

Vor ein paar Tagen hat mich jemand gefragt wie ich es denn verantworten könnte mit Diabetes Motorrad zu fahren, wegen Unterzucker und so. Als ich ihm sagte, dass sogar meine Frau als Sozia mit hinten drauf sitzt, war er total entsetzt über so viel Verantwortungslosigkeit. Ja ich bin sogar ein potentieller Mörder meiner Frau, ein egoistischer Mann der kein Gewissen hat. 
Hei Leute, immer ruhig mit den jungen Pferden. Heutzutage ist Insulin spritzen und ein Kfz führen kein Problem mehr. Nichteinmal die Behörden sehen mehr darin ein Problem. Das beste Mittel gegen Unterzucker ist regelmäßig messen und für den Notfall Kohlenhydrate bei sich zu tragen. Die Technik ist inzwischen schon so weit fortgeschritten, dass ich noch nicht einmal mehr beim Motorradfahren anhalten muss um den Blutzucker zu messen. Wie funktioniert das?
Zum Beispiel mit dem FreeStyle Libre Messsystem von Abbott. Hier muss man sich nur alle 14 Tage einen Sensor setzen und kann dann mit dem Blutzuckermessgerät oder einem NFC fähigen Handy und der passenden App von Abbott aus dem Google Playstore kontaktlos  und vor allem ohne stupfen, Blut und Messstreifen, jederzeit den Blutzucker messen. Auch erkenne ich sofort wohin die Reise geht, zumindest die von meinem Blutzucker. Das Messgerät oder die App zeigen nämlich den kompletten Blutzuckerverlauf und mit einem Pfeil ob es aufwärts, abwärts oder eben weitergeht.
Da ich das Blutzuckermessgerät in der Außentasche meiner Motorradjacke habe, kann meine Frau mir jederzeit in die Tasche greifen und mit dem Messgerät sogar während der Fahrt den Blutzucker messen. Dank Helmfunk, oder wenn der mal wieder ausgefallen ist mit verabredeten Zeichen, kann sie mir das Ergebnis während der Fahrt mitteilen. Somit kann meine Frau sich selbst davon überzeugen dass alles passt und das vertrauen wächst, dass ich meinen Blutzucker im Griff habe.
Allerdings möchte ich nicht verschweigen, dass das System noch so seine Schwächen hat. Angefangen von dem völlig überteuerten Messgerät welches einen Touchscreen besitzt welches eine Beleidigung für jedes moderne Touchscreen ist. Reagiert nur zäh, manchmal gar nicht. Die Qualität ist auch sehr bescheiden, innerhalb von einem Jahr habe ich schon das 3. Gerät (wurde anstandslos auf Garantie ausgetauscht). Die Software und Menüführung wäre optimierungsbedürftig. Auch muss man aufpassen beim aktivieren des Sensors, dass man zuerst mit dem Messgerät den Sensor aktiviert und innerhalb der ersten Stunde dann mit dem Handy. Macht man es umgekehrt, kann man mit dem Messgerät nicht mehr messen oder hat man die 1. Stunde mit dem Handy verpasst ist das Handy zumindest mit der offiziellen App aus dem Spiel. Hier helfen dann die freien Apps Glimp oder Liapp weiter.
Das Leben wird für Diabetiker leichter, darum geht die Planung für Australien 2018 unvermindert weiter. Auch hierzu werde ich mich demnächst hier äußern.

Freitag, 24. Juni 2016

Die große Pause

Tja da bin ich wieder. Leider war ich jetzt hier ein Jahr lang nicht mehr aktiv. Das tut mir in gewisser Weise leid, da ja noch nicht einmal der Toskana Urlaub vollständig geschrieben wurde. Leider gab es da den ein oder andere unerfreuliche gesundheitlichen Zwischenfall bei mir, welche mir die Lust aufs Bloggen verleitet haben.
Dummerweise finde ich auch die GPS-Daten und das Tagebuch der Toskana-Tour nicht mehr, so dass ich den Tourblog auch nicht mehr im Nachhinein fertig schreiben kann. Shit happens.... Die groben Tour-Daten sind aber hier oder hier abrufbar.

Da es mir inzwischen wieder ganz gut geht werde ich mir hier wieder öfters melden. Vor allem es reift gerade der Gedanke an eine weitere Tour in Australien. Dieses mal soll Westaustralien unter die Räder kommen. Dazu werde ich mit Sicherheit hier wieder das ein oder andere schreiben.

So, als Wiedereinstieg sollten die paar Zeilen erstmal reichen. Wir sehen uns...

Freitag, 19. Juni 2015

Toskana 2015

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... - die alte Redensart hat noch immer ihre Gültigkeit und beim Reisen sowieso. Habe ich doch so schöne Touren geplant welche sich aber in dem Umfang schon bald in Rauch aufgelöst haben. Ich muss jetzt zugeben, ich bin nicht der große Italienkenner und habe erst jetzt das Land von seiner wirklichen Seite kennengelernt. Das soll jetzt überhaupt nicht negativ gemeint sein, sondern nur, dass es mit meinen Vorstellungen und Planungen von Motorradtouren nicht korreliert. Aber ich fange mal ganz von vorne an.

Tag 1:

Morgens ging es los bei bedecktem Himmel und bescheidene Temperaturen. Bei Innsbruck gab es dann auch noch 3-4  Wassertropfen aufs Visier zur Verabschiedung. Aber schon am Brenner wurde das Wetter mit jedem Kilometer weiter in den Süden schöner und wärmer. So war auch oben auf dem Penser Joch wärmer als unten in München bei der Abfahrt. Aber mit jedem Kilometer in den Süden wurde auch der Verkehr dichter und die Anzahl der LKWs stiegen enorm. Und dann kam auch noch ein großer Stau der wie sich dann herausstellte von der Polizei verursacht wurde. An einem Kreisverkehr musste ein Teil des Verkehrs an der ersten Ausfahrt raus und auf der rechten Seite des Flusses Fiume Adige auf der SP90 weiterfahren, während ein anderer Teil gerade aus weiter auf der SS12 fahren durfte. Und jeder 2 Italiener versuchte mit der Polizei zu diskutieren. Gut, dass in Italien niemand ein Problem hat, wenn man mit dem Motorrad an der Schlange vorbei fährt und somit die inzw. 29°C gerade noch erträglich waren und wir dann geschafft und verschwitzt am Abend an unserem ersten Zwischenziel in Caprino Veronese ankamen.
Naja, wer mich kennt, weiß, dass dies dann doch nicht ganz ohne Probleme von statten ging. Da mein Navi unsere Unterkunft und die Adresse so nicht kannte, habe ich von Hand den Zielpunkt eingetragen und landete somit erst mal im Garten eines verdutzten Italieners. Ich war einfach eine Straße zu tief und die B&B Unterkunft war genau hinter dem Anwesen ein Stück den Berg hinauf. Also Umdrehen und noch einmal zurück und die Parallelstrasse hoch zur Unterkunft.

Poggio Caiar
Loc.caiar, 28 - 37013 Caprino Veronese(Verona) Italien
+39 045 770 4354


Tag 2:

Was für ein Verkehr... Man war fast nur am überholen. Ein LKW nach dem anderen. Keiner will wohl einen Cent für die Mautgebühren auf der Autobahn ausgeben. Dort muss es ja richtig leer sein. Gefühlt war alles vor mir auf der Straße. Aber zum Glück ist das Überholen in Italien kein Problem, denn hier macht jeder (außer Deutsche und Österreicher) Platz. Sogar der Gegenverkehr und somit war ein zügiges durchkommen möglich. Ich denke die Italiener haben schlichtweg dringendere Probleme, denn jeder 2. Autofahrer musste entweder mit der linken Hand den Autospiegel, die Fahrertüre oder das Dach festhalten. Da hat es mich auch nicht gestört, dass es nur 2. Typen an Autofahrer gibt.
Typ 1 fährt grundsätzlich nur Tempo 30-40km/h wenn Kurven vorhanden sind und Tempo 50 auf der Gerade.
Typ 2 ist der wahrscheinlich abgelehnte Bewerber bei Ferrari für die Formel 1.
Apropos Ferrari, bin ja an Maranello vorbeigefahren und bin da auch auf ein abgeklebtes Testfahrzeug getroffen welches da auf der Straße Beschleunigungstests durchgeführt hat und das Kurvenfahren. Hab ihn großzügig wie ich bin (...oder weil ich einfach gegen die Karre keine Chance hatte...), vorbei gelassen. 5 Kilometer später hab ich ihn dann wieder versägt (...er hatte sich das Getriebe hörbar geschrottet und rollte auf dem Seitenstreifen aus).
Probleme sind ja wie ich schon schrieb bei mir alltäglich und so auch an diesem Tag. Ich hatte auf das Navi (Zumo 550) die komplette Tour von zu Hause bis zum Ziel in der Toskana mit Basecamp geladen. Das Navi meinte noch zu Hause die Route sei zu lang und wird weiter berechnet wenn ich mich dem Ziel nähere. Nun gut, war halt ein leeres Versprechen, er zeigte nur noch Luftlinie an, hat die Waypoints durcheinander geschmissen und weigerte sich diese nach meinem Willen zu sortieren. Gut der Klügere gibt bekanntlich nach und somit wurde meine Fallbackebene herangezogen - Hirn und Karte im Tankrucksack. Somit durfte ich auch die überaus sehenswerte und tolle Strecke der SP 72 & SR445 fahren welche ich sonst nicht gefahren wäre. Übrigens in Barga hat mein eine tolle Aussicht auf die Berge der Garfagnana.
Ab Barga ging es dann auf Grund der fortgeschrittenen Zeit dann wieder mit dem Navi (direkte Zieleingabe) auf dem kürzesten, bzw. schnellsten Weg zur Unterkunft der kommenden Tage. Um ca. 18:30 Uhr konnten wir uns dann erschöpft aber glücklich in unserem Zimmer des 

Tourenfahrerhotel
Le Valli Toskana
Strada da Micciano
56045 Pomarance, IT
Tel. Nr. Schweiz 0041 79 307 79 62
Tel. Nr. Italien 0039 0588 61 196
E-Mail: info@levalli.ch

niederlassen und eine erfrischende Dusche genießen.

Sonntag, 14. Juni 2015

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Noch zehrt man vom Australienurlaub, aber die vielen Überstunden in den letzten Tagen und Wochen fordern doch langsam ihren Tribut. Also da hilft nur eines - ab in den Süden! Und wo könnte man besser die Batterien wieder aufladen und zur Ruhe kommen als in der Toskana mit ihren beruhigenden Landschaften. 



Die Planung steht schon soweit und es sind ein paar entspannte Touren wie z.B. die Route Via Chiantigiana angesagt oder auch zur Insel Elba.  Auch werde ich die Chance nutzen auf dem Rückweg die älteste bestehende Republik Europas meine Aufwartung zu machen - San Marino.





Die GPX-Dateien gibt es dann entweder hier oder hier oder auf Anfrage per E-Mail.

Sonntag, 11. Januar 2015

Rezension über Compass Expeditions

Wie schon versprochen eine kleine Bewertung/Rezension über die Firma Compass Expeditions bei der ich mir das Motorrad für die Tour ausgeliehen habe. Leider lief nicht alles glatt und jetzt nach dem ein paar Tage ins Land gegangen sind und die größte Wut verraucht ist, versuche ich es möglichst emotionslos und sachlich darzustellen.

Der 1. Kontakt

Nach Recherchen im Internet bin ich auf die Webseite des Herrn Norbert Weibeler Australien Planer gestoßen. Daraufhin habe ich eine Anfrage per Mail an Herrn Weibeler geschrieben welche auch sofort zu meiner Zufriedenheit beantwortet wurde. Somit entschied ich nach weiteren E-Mails und 2 Telefonaten mit Herrn Weibeler das Motorrad für die Tour Darwin-Melbourne zu buchen.  Meine Mails wurden immer zeitnah ausführlich, kompetent und vollumfassend beantwortet. 
Bewertung für Herrn Weibeler & Australien Planer - Note 1

Die Buchung

Herr Weibeler ist eigentlich nur Vermittler und die Buchung erfolgt schließlich und endlich bei der Firma Compass Expedtions. Wer der Englischen Sprache nicht mächtig ist - keine Sorge - Herr Weibeler übersetzt und vermittelt kompetent.
Gebucht habe ich folgendes:

Motorcycle Rental
1 Dec 2014
BMW R1200 GS / 1B6QX
1 Adult
22d
3,080.00 AUD
  Pick Up from Darwin
10 am - Cyclone Motorcycles
1 Winnellie Central, Hickman St, Winnellie NT 0820.
Contact Phil, Ph: 08 8984 4096
1990.00 AUD990.00 AUD
  GPS1 x 22d10.00 AUD220.00 AUD
  Satellite Phone1 x 22d15.00 AUD330.00 AUD
  Tank Bag Rental130.00 AUD30.00 AUD
  Drop Off in Melbourne
5 pm / Compass Expeditions
116 D Inglis St, Ballan, VIC 3342.
Contact Mick/Jerry Ph: 03 5368 2113.
1
Sales tax (GST)420.00 AUD
TOTAL4,650.00 AUD


Total amount due: 4,650.00 (due 02/09/2014)
Amount due now: A$930.00


Topcase und 2 Seitenkoffer sind im Mietpreis enthalten. Dies wurde mir durch Herrn Weibeler in der E-Mail vom 04.02.2014 um 22:00 Uhr bestätigt:
**So, erst mal kommt die
GS1200 mit Koffern (im Preis enthalten) das Top case bekommst du
auch Kostenlos, **
Bewertung für Buchung - Note 2

Bezahlung

Bezahlen musste ich per PayPal obwohl auf der Buchungsbestätigung stand
Once we have received your deposit payment (or full amount if within 90 days) we will be able to confirm your booking, you can pay via the following methods:

Pay your deposit securely online by Credit Card or PayPal account
Der Versuch mit der Kreditkarte zu bezahlen endet immer bei PayPal. Also wer mit PayPal nichts am Hut haben möchte ist hier schon mal gearscht. Da das Geschäftsgebaren von PayPal absolut zu wünschen übrig lässt und ich so eine Firma eigentlich auch nicht unterstützen möchte und ich eigentlich jedem davon abrate sich mit dieser Firma einzulassen, gibt der Sache schon einen Minuspunkt.
Übrigens, PayPal akzeptierte keine Zahlungen über 2500,- EUR und somit musste ich den Betrag in 2 Raten überweisen - zweiter Minuspunkt.
Der dritte Minuspunkt war, dass  kurz vor Beginn der Reise noch einmal 60,- AUD fällig wurden für eine Prepaid SIM für das Satellitentelefon welche nicht mit dem Mietpreis abgegolten war. Gut, kann man ja mal vergessen, aber Punkte bekommt man dafür auch nicht.
Bewertung der Bezahlung - Note 4

Übergabe

Am Vorabend der Übergabe habe ich noch einmal angefragt ob die Übergabe am folgenden Tag wie geplant stattfindet. Termin wurde bestätigt und so war ich auch pünktlich an der angegebenen Adresse. Wir wurden auch schon erwartet, allerdings nicht von Phil wie angekündigt, sondern von einem jungen Gehilfen der im eigentlichen Beruf Elektriker ist und das hier nur aushilfsweise macht. Hatte also keinen so richtigen Plan, was so alles wirklich abgemacht war.
Gut, zumindest war das Motorrad da. Den ein oder anderen Sturz hatte es wohl auch schon, aber die Kratzer waren alle sauber im Übergabeprotokoll vermerkt. Es waren nagelneue Heidenaus K60 aufgezogen - dicker Pluspunkt. Es waren 2 schwarze Alu-Seitenkoffer - dicker Minuspunkt.
Warum zur Hölle macht eine Firma die sich "COMPASS EXPEDITIONS ADVENTURE MOTORCYCLE TOURS" nennt eine Modeerscheinung mit und verleiht schwarze Koffer? Wer  Expedition und Adventure im Namen hat dem traue ich eigentlich so viel Erfahrung zu, dass er weiß, dass die Sonne schwarzen Koffer besonders gerne hat und den Inhalt auch schön warm hält und zwar richtig warm. Ich musste mein Insulin in den Koffern transportieren und normalerweise sollte es sich nicht über 30°C erwärmen. Gut dass ich mit der Thermokanne, Wasser und Insulin schon genügend Erfahrungen gesammelt habe. Und später hat es sich auch rausgestellt, dass es in den Koffern im Outback locker über 50°C geworden sind. Zum Glück hat meine Insulinkühlung perfekt funktioniert. Schwarze Koffer ein Modegack aber in der Praxis nur am Nordpol tauglich. Dicker fetter Minuspunkt. Auch waren für die Seitenkoffer je eine Innentasche versprochen, was fehlte? Natürlich, eine Innentasche. Wieder ein Minuspunkt.
Wenn wir gerade schon bei den Koffern sind, das versprochene Topcase fehlte. Dafür wollten sie mir einen "billigen" schwarzen Ortlieb-Rolltasche andrehen. Leider funktioniert das nicht, denn  ich habe schon auf den 2 Seitenkoffern 2 eigene Ortlieb Rolltaschen verplant und da geht hinten keine mehr Quer. Diese lässt sich nämlich nicht mehr verkehrssicher befestigen, da sie links und rechts auf meinen Taschen aufliegen würde und somit nicht mehr auf dem niedrigeren Gepäckträger aufliegt. Mr. ahnungslose Vertretung hatte auch keinen Plan, geschweige einen Koffer von irgendwo her. Also kein Topcase und weniger Stauraum. Auch keine Möglichkeit für meine Frau sich auf den langen Fahrten mal entspannt hinten anzulehnen.  Ein Mega riesig dicker fetter Minuspunkt.
Positiv, in der Tasche für den linken Seitenkoffer waren so nützliche Dinge wie Karten, 1l Motoröl, zusätzliches Werkzeug und Reifenpannenset. Dumm nur, das das Zeug viel Platz verbraucht den ich dank fehlendem Topcase nicht mehr habe. Also zusätzliches Werkzeug und Reifenpannenset zurückgelassen (hatte auch noch mein eigenes Reifenpannenset mit mir, da ich nicht wusste, dass eines dabei ist). Außerdem hatte ich auch meine eigenen Karten mit dabei, welche einen kleineren Maßstab hatten und somit genauer waren.
Der Tankrucksack war auch eine Lachnummer. Stauraum gegen Null und nur als Fach für Geldbeutel Bremsenschloss, Handy und ein paar Kleinigkeiten geeignet. Oben noch das Kartenfach welches durch Klebereste auf der Folie nicht überall durchsichtig, dafür klebrig war. Eine Kamera wie ich es eigentlich geplant hatte, hat auf jedenfalls nicht reingepasst. Erwartet habe ich sowas und bekommen habe ich sowas. Muss ich in Zukunft einfach besser an meiner Kommunikation arbeiten?
Zum Schluss habe ich noch die Fußrastentieferlegung für den Sozius angebaut. Das Werkzeug konnte mir der Herr Elektriker geben und er half sogar dabei. Ratet mal wer schneller war...? ;-) Ich habe ihm dann geholfen, denn bei 33°C und über 90% Luftfeuchtigkeit kann Arbeit schon mal anstrengend sein. Aber der Wille zählt. Also Pluspunkt.
Zum Abschluss, nach dem das Übergabeprotokoll unterschrieben war und alles am Motorrad soweit verbaut und verstaut war, hatte ich noch das Navi in die Halterung gesteckt und angeschaltet. Meine per Mail übermittelten Routen und POIs waren sauber auf dem Gerät, also noch ein Pluspunkt. Beim Anlassen des Motorrads hätte mir allerdings etwas auffallen müssen. Normalerweise wird das Display eines Garmin-Navis heller wenn es über die Halterung mit Strom versorgt wird. Aber geschafft durch die Hitze und Luftfeuchtigkeit  habe ich das irgendwie verdrängt oder übersehen. Na gut, die Quittung kommt schon noch...
Bewertung der Übergabe - Note 5-6

Laufender Betrieb

Also das Motorrad lief vom ersten bis zum letzten Meter ohne Probleme, es war in einem tadellosen Zustand und brauchte auf den 5600km gerade mal einen  ½l Öl. Temperaturabhängig leuchtet auf der ganzen Fahrt 2x die Reifendruckwarnleuchte auf und ich musste etwas Luft in die Reifen füllen. Dies lag jedoch nicht an den Reifen selber, sondern an den gewaltigen Temperaturunterschieden von 45,5°C im Outback und lumpigen 11°C im Süden an der Küste. Luft dehnt sich halt aus, bzw. zieht sich auch schon mal zusammen. Technisch gab es am Motorrad selber absolut nichts auszusetzen. Also riesiger dicker fetter Pluspunkt.
Aber wo so viel Licht ist, da ist der Schatten nicht weit...
Das Navi gab ca. 1h vor erreichen des ersten Ziels, dem Kakadu Nationalpark, den Geist auf - Akku leer. Das Teil bekommt keine Strom über die Bordspannung. Also erst mal Fehlersuche gemacht. Alle Kabel dran, nichts gerissen. Sitzbank runter und Kabel bis direkt zur Batterie verfolgt. Beide befestigt. Habe sogar etwas daran gezogen, leider nicht stark genug, sonst hätte ich den Fehler gleich bemerkt. Also Sitzbank wieder drauf und versucht das Navi mit dem Ladegerät meiner Helmkamera zu laden. Ich ging da von der irrigen Annahme aus, das alles was über USB geladen wird untereinander austauschbar sei. Wenn der Strom zu niedrig, dann braucht es halt länger. Das Navi ließ sich aber nicht laden. Also erstmal vermutet - das Navi ist defekt. Mailverkehr mit Herrn Weibeler begonnen. Dann noch mit Shaun von Compass Expeditions telefoniert. Dort hat er kurz erwähnt das da vor kurzem schon mal ein Kabelbruch bei der Batterie gewesen sei. Hellhörig geworden also die Sitzbank noch einmal runter und das Kabel einem Stresstest unterzogen und dieses mal etwas kräftiger gezogen. Und schon hatte ich das Kabel in der Hand und der Klemmschuh war mit viel Isolierband noch an der Batterie. Das Kabel war also direkt am Kabelschuh abgebrochen und wurde nur noch vom Isolierband festgehalten und zwar so, dass ein leichter Zug das Kabel nicht frei gab. Also Kabel direkt an der Batterie angeschlossen und siehe da. Ich hatte wieder ein funktionierendes Navigationsgerät. Ist es eigentlich zu viel verlangt, dass die die Ausrüstung vorher einen Funktionstest unterziehen? Das hätte man nämlich schon vor der Übergabe bemerken und beheben können und da ich ja das zusätzliche Werkzeug mit Zange usw. zurückgelassen habe musste ich improvisieren um den Fehler zu beheben (Okay war jetzt kein großer Act). Also wieder ein dickes fettes Minus für ein bezahltes nicht funktionsfähigem Navi. Vor allem im Outback abseits der Pisten kann ein Navi ein überlebensnotwendiges Instrument sein.
Ach übrigens, gut dass ich beim Antritt der Reise das Satellitentelefon überprüft habe, der Akku war nämlich leer und ich musste es erst laden. 
Bewertung laufender Betrieb - Note 2-3

Fazit

Kompass Expeditions Adventure Motorcycle Tours hält nicht was der Namen verspricht. Das Motorrad selber mag zwar in einem technisch einwandfreiem und super Zustand gewesen sein, aber das ganze drum herum war einfach Scheiße! Es kann nicht sein, dass Zusagen nicht eingehalten werden, das zusätzliche Ausrüstung defekt ist, dass man wichtige Ausrüstungsgegenstände zurücklassen muss auf Grund von fehlendem Stauraum. Das volle Geld inklusive Kaution vorher abgedrückt werden muss und man nachher keine Gutschrift bekommt, geschweige eine Entschuldigung. Meine Frau konnte zeitweise nicht entspannt die Reise genießen auf Grund fehlender Rückenlehne. Ich musste jedes mal meinen Foto aus den Seitenkoffern oder Gepäckrollen holen anstatt bequem aus einem Tankrucksack oder Topcase. Teilweise habe ich dann nur mit dem Handy fotografiert um nicht ständig an den Seitenkoffern rumfummeln zu müssen. Man muss erst mal das Zeug selber Reparieren wofür man bezahlt hat. Da hilft auch ein noch so sehr freundlicher und engagierter  Herr Waibeler nicht darüber hinweg. Er konnte ja auch nur noch aus der Ferne zuschauen, bzw. meine Mail lesen und mir mit Rat zur Seite stehen bzw. sich mit Kompass Expeditions auseinandersetzen. Und da hilft auch kein australische "no worries" Lebensgefühl. Für mich ist Kompass Expeditions unzuverlässig und was das Preis- Leistungsverhältnis auf Grund des nicht eingehaltenen Vertrages zu teuer. Ich musste sogar 2 geplante Streckenabschnitte durch das Outback streichen. In der Gesamtschau bekommen die von mir nur eine Note 4 und jeder sollte sich genau überlegen auf was er sich eventuell einlässt wenn er bei dieser Firma ein Motorrad leiht. Jeder sollte sich trotz der netten und allgegenwärtigen Werbung mit Charley Boormen den offensichtlichen Mängel stets bewusst sein. Das Outback ist kein Ponyhof und Fehler können dort tödlich sein. Vor allem wenn man ohne Begleitung alleine Unterwegs ist. In einer geführten Tour sehe ich viele dieser Mängel als nebensächlich an und die Gesamtbewertung wäre da sicherlich um ca. 2 Noten besser. Aber ich hatte kein Begleitfahrzeug und keiner der im Notfall mal schnell Hilfe holen kann.

Montag, 5. Januar 2015

Zurück in Deutschland

Tja, jeder Urlaub geht mal zu Ende. Nach den Pinnacles waren jetzt noch ein paar gesellige Tage mit der Familie angesagt und einfach noch etwas Sonne tanken bevor es in das triste Deutschland zurück geht. Silvester war in Perth auch sehr ruhig, denn anders als in Deutschland kann man in Australien nicht mal eben in den Laden gehen und Feuerwerkskörper kaufen. Wegen der großen Brandgefahr werden nur öffentliche Feuerwerke abgebrannt. Dieses Jahr war nur eines in Perth und nicht wie schon öfters unten an der Marina von Hillarys.
Wenn man einem Australier Fassungslosigkeit und Tränen ins Gesicht zaubern möchte, dann muss man ihm nur erzählen wie hier in Deutschland Silvester feiert. Der Australier kann es sich nicht vorstellen, theoretisch mit einen LKW vor den Supermarkt zu fahren und soviel Feuerwerkskörper einzupacken wie es der Geldbeutel gestattet und diese dann vor der Haustüre abzufackeln bis die Schwarte kracht oder der Vorrat an Feuerzeugen, Kerzen und Streichhölzer aufgebraucht ist.
Na gut, alles vorbei und nachdem wir wieder mit "Holzklasse" Emirates Airways, mit kurzem Zwischenaufenthalt am Drehkreuz Dubai, nach München zurückgeflogen sind, wurden wir auch von Schnee und Väterchen Frost begrüßt. So ist halt Deutschland.

Eine kleine Bilanz:

Geflogen:                 ca.  35.000km
Motoradstrecke:    ca.    5.600km
Fotos:                                    2.051 Bilder
Videos:                                       52 Stück = 1:00:49h
max. Temperatur:                45,5°C (tagsüber)
min. Temperatur:                   11,0°C (tagsüber)

Die 52 Videos habe ich natürlich zu den im Blog bekannten Videos zusammengeschnitten. Hier noch einmal alle Videos an einem Stück - wer es sich antun möchte....



Zu sehen sind die Videos einzeln oder im Gesamten auch auf meinem YouTube-Kanal!


Montag, 29. Dezember 2014

Nambung-Nationalpark - Pinnacles


Nach 4 Tagen Völlerei und den feisten Wanst gerade mal vom Spa im Garten zum Strand und wieder zurück verlagern, ging es heute mal wieder gen Norden um noch etwas Erdgeschichte zu inhalieren. Aber bevor wir zu den Pinnacles im Nambung-Nationalpark gefahren sind, haben wir einen Zwischenstopp in Lancelin gemacht. Am Ende der Hauptstraße von Lancelin liegt „The Big Dune“, eine große Sanddüne, die mit Allradfahrzeugen befahren oder auch zu Fuß bestiegen werden kann, sowie das Nilgen Nature Reserve. 


 



Nach einem bisschen Spass in den Dünen und einem Mittagessen ging es dann weiter zum eigentlichen Ziel den Nambung-Nationalpark. Hauptattraktion des Nationalparks sind die bis zu vier Meter hohen verwitterten Kalksteinsäulen, die "Pinnacles"; er ist deshalb auch unter dem Namen Pinnacles Desert bekannt, welche aber nur einen vier Quadratkilometer kleinen Teil des Nationalparks ausmacht. Hier darf ich auch noch etwas Wikipedia zitieren:
Der Nationalpark liegt in einem dreiteiligen Dünensystem; diese Dünen markieren die früheren Küstenlinien des Indischen Ozeans. Die jüngste Linie, die am nächsten zum Meer liegt, sind die Quindalup-Wanderdünen aus weißem, kalkreichem Sand. Sie sind von Heidevegetation mit lila blühenden Bodendeckern (blue fanflower, pigface) umgeben. Das zweite System weiter im Landesinneren sind die Spearwood-Dünen. Gelblich-bräunlicher Quarzsand überlagert hier den älteren Kalkstein verfestigter früherer Dünen. In diesem System entstanden die Pinnacles. Umgeben ist das Dünengebiet von Banksia- und Dryandra-Buschland. Die dritte, älteste und am weitesten vom Meer entfernte Dünenlinie sind dann die Bassendean woodlands.
Die das mittlere Dünensegment dominierenden, charakteristischen Kalksteinsäulen entstanden durch Pflanzenwuchs vor etwa 500.000 bis 50.000 Jahren auf der aus Quarzsand bestehenden Wanderdüne. Deren Wurzeln drangen tief in die ältere, sich zeitgleich verfestigende Tamala-Kalksteinschicht vor. Dabei durchbrachen sie an brüchigen Stellen zunächst eine extrem harte Kalksteinkruste, die durch nach unten sickernde Säuren (gebildet aus Humus, abgestorbenen Pflanzen und Tieren) entstanden war. Unter dieser Kruste verfestigte sich der Kalkstein besonders kompakt zwischen den eingedrungenen Pflanzenwurzeln, da diese Bereiche viel Wasser aufsogen.
Die quarzsandhaltige Wanderdüne zog jährlich ca. 2,5 m weiter, die frei liegende Kalksteinschicht war der Erosion ausgesetzt, die innerhalb der letzten 20.000 Jahre abgestorbene Vegetation hinterließ Lücken, in die Quarzsand eindrang, der dann wiederum abgetragen wurde. Nur die extrem harten Bereiche der durch viel Wasser zementierten Kalksteinschicht waren von der Erosion nicht betroffen. Diese sehen wir heute als Pinnacles. Gelegentlich zeugen Kappen auf den Säulen noch von der Kruste.
Wo die unterirdische Vegetation vollständig vom harten, erosionsunfähigen Kalkstein umschlossen wurde, entstanden versteinerte Pflanzenwurzeln.








Auf dem Rückweg ging es dann noch ein paar Millionen Jahre weiter in die Vergangenheit zum Lake Thetis in der Nähe von Cervantes. Was ist denn da so interessant an so einem total versalzenen See...? Stromatolithen! Stromatolithen werden als die ältesten Fossilien bezeichnet und kommen schon im Präkambrium vor, sie existieren seit etwa 3,5 Milliarden Jahren. Im Falle von Lake Thetis sind es aber lebende Fossilien.

Wikipedia meint:
Stromatolithen  sind biogene Sedimentgesteine, die durch Einfangen und Bindung von Sedimentpartikeln oder Fällung gelöster Stoffe infolge des Wachstums und Stoffwechsels von Mikroorganismen in einem Gewässer entstanden sind. Sie sind meistens geschichtet und bestehen oft aus sehr feingeschichtetem Kalkstein. Die innere Struktur der Stromatolithen ist verschieden: flache, ebene Schichten, nach oben gewölbte Schichten, mehrere gewölbte Schichtpakete nebeneinander (Säulenform). Einige erinnern mit ihrem schaligen Aufbau aus Knollen, Säulen oder welligen Lagen äußerlich an einen Blumenkohl. Die ältesten bekannten Fossilien sind größtenteils Stromatolithen und sie könnten demnach Hinweise darauf liefern, wie sich Leben von sehr einfachen zu komplexeren Formen entwickelt hat.
Eines der wenigen Vorkommen von Stromatolithen Weltweit befindet sich im Lake Thetis nahe dem kleinen Ort Cervantes in Westaustralien. Es ist ein leicht hypersalinarer (53 g/l Salz), alkalischer (pH 8,5–9) Salzsee mit einer Tiefe von etwa 2–3 m. Hierin befinden sich domförmige Stromatolithen mit Durchmessern von 30–40 cm und einer Höhe von etwa 1 m überwiegend aus Aragonit. Die obere Schicht der darauf befindlichen Biofilme enthält an Cyanobakterien hauptsächlich Vertreter der Entophysalis-Gruppe, die untere Schicht der Biofilme wird aus heterotrophen Bakterien gebildet.